Herbstliche, französische Porree-Quiche

Es gibt Gerichte, die einen über viele Jahre begleiten. Man verändert hier eine Kleinigkeit, probiert dort etwas Neues aus, aber im Grunde bleiben sie immer ein Stück Erinnerung. So geht es mir mit dieser Porree-Quiche.

Das ursprüngliche Rezept habe ich in Südfrankreich kennengelernt. Freunde der Familie, bei der ich damals gelebt habe, bereiteten diese Quiche regelmäßig zu. Ich mochte sie von Anfang an unheimlich gerne und habe das Rezept mit nach Deutschland genommen. Über die Jahre habe ich es immer wieder ein bisschen verändert und meinem eigenen Geschmack angepasst. Geblieben ist meine Liebe zu diesem Gericht, das gerade im Herbst zu meinen absoluten Favoriten gehört.

Das Besondere an meiner Variante ist der leicht süßliche Vollkornmürbeteig. Zusammen mit der würzigen Füllung aus Porree, Schinken, Crème fraîche und Käse entsteht eine Kombination aus süß und salzig, die ich fantastisch finde. Durch das Vollkornmehl ist der Boden trotz des Zuckers nicht übermäßig süß.

Und eines sollte man bei dieser Quiche wirklich nicht unterschätzen: Sie ist sehr sättigend. Auch wenn man am liebsten gleich ein riesiges Stück essen möchte, lohnt es sich, erst einmal mit einer kleineren Portion anzufangen.

Zutaten

Für den Mürbeteig

• 300 g Mehl (ich verwende Vollkornmehl)

• 175 g Butter oder Margarine

• 80 g Zucker

• 1 TL Salz

• 1 Ei

Für die Füllung

• 1 Zwiebel

• 2 Stangen Porree

• 125 g Rohschinkenwürfel

• 200 g Kräuter Crème fraîche

• 2 Eier

• 50 ml Milch

• ca. 100 g geriebener Mozzarella

• Salz und Pfeffer

• etwas Butter, Margarine oder neutrales Öl zum Anbraten

Zubereitung

Mehl, Butter oder Margarine, Zucker, Salz und Ei in eine Schüssel geben und alles gründlich miteinander verkneten, bis ein fester, gleichmäßiger Teig entsteht. Den Teig anschließend in den Kühlschrank stellen, während die Füllung vorbereitet wird.
Etwas Butter, Margarine oder neutrales Öl in einem ausreichend großen Topf erhitzen. Die Zwiebel schälen und in Würfel schneiden. Diese sollten ungefähr die gleiche Größe wie die Schinkenwürfel haben. Zwiebeln und Schinkenwürfel in den Topf geben und gemeinsam anbraten.

Während Zwiebeln und Schinken anbraten, den Porree gründlich waschen. Gerade zwischen den einzelnen Blattschichten kann sich einiges an Erde verstecken. Anschließend gut abtropfen lassen und in ungefähr 1 cm breite Ringe schneiden. Dabei darf ausdrücklich auch das Grün verwendet werden. Den geschnittenen Porree zu den Zwiebeln und Schinkenwürfeln in den Topf geben.

Alles bei mittlerer Hitze schmoren lassen, bis der Porree etwas weicher geworden ist. Er soll allerdings nicht völlig zerkochen, sondern noch ein wenig Biss behalten. Während die Zutaten im Topf schmoren, eine passende Backform einfetten. Klassischerweise verwendet man eine runde Tarteform, aber eine andere geeignete Form funktioniert genauso gut.

Den gekühlten Mürbeteig möglichst dünn und gleichmäßig in der Form verteilen. Dabei einen mindestens 2 cm hohen Rand formen. Den Teig im Backofen oder Airfryer zunächst ein wenig vorbacken und zuvor den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen. Bis er eine ganz leichte Farbe angenommen hat. Er soll zu diesem Zeitpunkt noch nicht braun sein.

Sobald der Porree etwas weicher geworden ist, die gesamte Kräuter Crème fraîche in den Topf geben und gründlich unterrühren. Anschließend etwa 50 ml Milch hinzufügen, damit die Mischung schön geschmeidig bleibt und nichts anbrennt. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Beim Salz lieber vorsichtig sein, denn die Schinkenwürfel bringen bereits einiges an Würze mit.

Nun den Herd ausschalten, den Topf aber zunächst auf der warmen Herdplatte stehen lassen. Die beiden rohen Eier hinzugeben und gründlich unter die Füllung rühren. Wer es besonders käsig mag, kann jetzt zusätzlich eine Handvoll des geriebenen Mozzarellas unterrühren. Ich mache das sehr gerne, aber es ist kein Muss.
Den Topf vom Herd nehmen und die fertige Füllung gleichmäßig auf dem vorgebackenen Mürbeteig verteilen.

Anschließend den restlichen geriebenen Mozzarella darüberstreuen.
Die Quiche im Backofen oder Airfryer weiterbacken, bis der Käse eine schöne goldbraune, leicht knusprige Kruste bekommen hat und die Füllung fest ist. Vor dem Anschneiden am besten kurz ruhen lassen.

Mein Tipp:

Wer diese Kombination aus süßlichem Teig und deftiger Füllung noch nicht kennt, sollte ihr ruhig eine Chance geben.