Es gibt Abende, die bleiben.
Der Deutsche Sachbuchpreis war so ein Abend.
Eine sympathische Moderation, leises Gekicher in den Rängen und viel Applaus für acht Autorinnen und Autoren, die alle auf ihre Weise einen Preis verdient gehabt hätten. Inspirierende Gespräche, Begegnungen mit Menschen aus der Buchbranche und die seltene Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen eines Literaturbetriebs zu werfen, der oft nur von außen sichtbar ist.
Ich mag solche Abende.
Nicht wegen des Weins oder der Canapés. Sondern weil sie zeigen, wie viele Menschen sich mit Leidenschaft für Bücher einsetzen. Menschen, die schreiben, lektorieren, verlegen, vermitteln, diskutieren und dafür sorgen, dass Geschichten ihren Weg in die Welt finden. Als Verlagsleiterin und Autorin fühlte ich mich dort genau richtig.
Doch am Ende des Abends saß ich mit einem günstigen Thunfisch Sandwich aus dem Discounter und einem kühlen Flens an den Landungsbrücken, blickte auf die Elbe und die vorbeiziehenden Schiffe. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich genau dort, mit dem Wind vom Wasser im Gesicht, zu den glücklichsten Menschen in Hamburg gehörte.
Während die Fähren über das Wasser glitten und die Lichter der Stadt sich in der Elbe spiegelten, dachte ich daran, wie seltsam Glück manchmal aussieht.
Es trägt nicht immer Abendgarderobe.
Manchmal sitzt es auf kalten Stufen am Hafen, mit einem Sandwich in der Hand und Salz in der Luft.
Der Deutsche Sachbuchpreis war ein wunderbarer Abend.
Der Blick auf die Elbe gehörte mir.