Manchmal greift man zu einem Buch, weil man weiß, was einen erwartet. Genau so war es bei diesem Krimi. Vor ein paar Jahren habe ich bereits einen Band aus Vera Nentwichs Reihe um die Privatdetektivin Biene Hagen gelesen – und mochte die Mischung aus Krimi, Humor und skurrilen Figuren damals sehr. Entsprechend neugierig war ich, ob mich auch der neue Band wieder so gut unterhalten würde.
Auch wenn es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, ist meine Rezension objektiv verfasst.
Zum Buch
In „Tote Vettern erben nicht“ gerät Biene Hagen in einen neuen Fall, der zunächst wie ein Vermisstenfall wirkt. Ein Vetter verschwindet – und taucht schließlich tot wieder auf. Was zunächst nach einem tragischen Einzelfall aussieht, entpuppt sich schnell als komplexeres Geflecht aus Familiengeschichten, Geheimnissen und Motiven.
Ohne jede Vorwarnung steht eines Morgens Bienes Cousine vor der Tür. Zu der Verwandtschaft väterlicherseits war ihr Kontakt bisher eher sperrig, aber jetzt bittet Cousine Franziska Biene um Hilfe. Ihr Bruder und Bienes Vetter Paul ist verschwunden. Da bleibt Sabine „Biene“ Hagen als Detektivin nichts anderes übrig, als zu helfen. Dumm nur, dass sie ihren Vetter kurze Zeit später im Müllcontainer seines Wohnhauses findet und aus dem Vermisstenfall ein Mord wird. Dabei wollte sie sich doch darum kümmern, ihre Beziehung zu Jochen wieder zu kitten. Die Ermittlungen führen Biene tief in Pauls Leben, das einige überraschende Seiten zu bieten hat. War der Vetter ein zu übereifriger Finanzbeamter und musste er deshalb sterben? Oder war sein Ehrgeiz im örtlichen Puzzleverein der Grund für das plötzliche Ableben?
Klappentext „Tote Vettern erben nicht“ Vera Nentwich
Biene forscht wie gewohnt konsequent und mit vollem Einsatz nach. Unterstützt wird sie erneut von ihrem Kompagnon Jago Diaz Fernandez und von Oma Trudi, die nicht nur ein offenes Ohr hat, sondern immer auch mit dem Essen parat steht.
Wie gewohnt ermittelt Biene dabei mit einer Mischung aus Hartnäckigkeit, Intuition und einer guten Portion Humor.
Die Figuren
Was diese Reihe für mich besonders macht, sind die Figuren. Biene Hagen ist keine klassische Ermittlerin im Hochglanzformat, sondern eine sympathische, manchmal etwas chaotische Privatdetektivin, die sich mit viel Menschlichkeit durch ihre Fälle arbeitet.
Auch die Nebenfiguren – allen voran ihr Umfeld – sorgen immer wieder für kleine humorvolle Momente. Gerade diese Mischung aus Krimi und Alltagssituationen macht den Charme der Reihe aus.
Die Sprache
Vera Nentwich schreibt leicht, humorvoll und mit einem guten Gespür für Timing. Die Geschichte liest sich sehr flüssig, und gerade der humorvolle Ton sorgt dafür, dass man schnell durch die Seiten kommt.
Es ist kein düsterer Thriller, sondern ein klassischer Cozy-Crime: unterhaltsam, spannend genug, um neugierig zu bleiben – und dabei immer mit einem Augenzwinkern erzählt.
Mein Fazit
Wer humorvolle Krimis mag und Biene Hagen bereits kennt, wird auch an diesem Band wieder Freude haben. Die Mischung aus Spannung, skurrilen Figuren und leichter Sprache funktioniert nach wie vor sehr gut.
„Tote Vettern erben nicht“ ist genau das richtige Buch für einen entspannten Leseabend – unterhaltsam, flott erzählt und mit genau der richtigen Portion Humor.