Tegel ist für mich einer dieser Orte in Berlin, an denen man plötzlich vergisst, dass man in einer Millionenstadt ist. Nicht, weil alles geschniegelt wäre oder besonders „schön gemacht“ – sondern weil die Natur dort einfach übernimmt.
Wenn ich nach Tegel fahre, fühlt sich das ein bisschen so an, als würde Berlin kurz auf Pause gehen. Wasser. Wald. Weite. Und diese besondere Mischung aus „Ausflug“ und „eigentlich bin ich noch in Berlin“.
Tegeler See: Wasser, Weite und Durchatmen
Der Tegeler See ist für mich der Hauptgrund, warum Tegel so gut tut. Da ist diese Weite, dieses ruhige Wasser, dieses Gefühl von „hier ist Platz“. Platz im Blick – und irgendwie auch Platz im Kopf.
Man kann dort einfach entlanglaufen, stehen bleiben, schauen. Boote beobachten. Wind spüren. Und plötzlich wirkt alles weniger eng. Weniger laut.
Tegel ist nicht spektakulär im Sinne von „Wow, das muss man sofort posten“ – Tegel ist eher spektakulär im Sinne von: Wow, mein Nervensystem entspannt sich gerade.






Fähre fahren: Berlin-Kurzurlaub auf dem Wasser
Was ich an Tegel auch liebe: Man kann dort ganz unkompliziert Fähre fahren. Und plötzlich fühlt sich Berlin nicht mehr wie Berlin an – sondern wie Urlaub.
Dieses langsame Übers-Wasser-Gleiten hat so etwas Beruhigendes. Man schaut aufs Ufer, auf die Bäume, auf die Boote – und während man sitzt, passiert im Kopf das Gegenteil von Stress: es wird stiller.
Fähre fahren ist für mich in Tegel kein „Programmpunkt“, sondern ein kleines Ritual. Ein Moment, der sich wie Freiheit anfühlt.
Tegel Schloss: ein bisschen Geschichte zwischen Wald und Wasser
Und dann ist da auch noch Schloss Tegel – ein Ort, der genau zu dieser Tegel-Stimmung passt. Etwas ruhiger, etwas historischer, etwas „hier war schon immer Zeit“.
Ich mag diesen Kontrast: erst Natur, See und Wald – und dann plötzlich Architektur, Geschichte, ein anderes Tempo. Schloss Tegel fühlt sich für mich wie eine Erinnerung daran an, dass Berlin nicht nur Großstadt ist, sondern auch alte Schichten hat. Kultur-Schichten.






Cafés: Pause mit See-Gefühl
Was ich an Tegel außerdem mag: Die Café-Pausen dort fühlen sich wie richtige Pausen an. Nicht wie ein kurzer Stopp zwischen zwei To-dos, sondern wie ein Moment, der wirklich zählt.
Kaffee trinken, Menschen beobachten, ein bisschen in Gedanken verschwinden – und dabei dieses „ich bin draußen“-Gefühl behalten. Tegel ist perfekt für diese Art von Alltagspause, die sich wie ein kleiner Kurzurlaub anfühlt.
Wald statt Großstadt – Tegel ist grün
Und dann ist da natürlich der Wald.
Tegel ist für mich so ein Ort, an dem man einfach loslaufen kann – ohne Ziel, ohne „Strecke“, ohne Plan. Der Wald macht den Kopf leiser. Man hört plötzlich nur noch Schritte, Wind, vielleicht ein paar Vögel.
Ich liebe das sehr. Gerade weil Berlin so oft laut ist, schnell ist, voll ist. Tegel ist das Gegenteil davon.
Wildtiere: Berlin kann auch wild sein
Und ja – Tegel hat auch diese Momente, die man in Berlin nicht erwartet: Wildtiere. Zum Beispiel Wildschweine.
Es klingt immer ein bisschen absurd, wenn man es erzählt, weil es so gar nicht zu dem Bild passt, das viele von Berlin haben. Aber genau das macht Tegel auch aus: Diese Mischung aus Stadt und Natur, aus „hier wohnen Menschen“ und „hier lebt auch einfach echtes Tierleben“.
Wildschweine sind keine Deko. Sie sind nicht niedlich. Aber sie sind ein krasses Symbol dafür, wie wild Berlin sein kann – wenn man an die richtigen Orte geht.
Mein Fazit: Tegel ist Naturtherapie in Berlin
Tegel ist für mich kein Stadtteil, den man „durchplant“. Tegel ist ein Ort, den man erlebt. Langsam. Draußen. Ohne Druck.
Wenn ich in Tegel war, komme ich oft mit diesem Gefühl zurück, das man sonst eher nach einem Wochenendausflug hat: Der Kopf ist freier, die Schultern tiefer, alles ein bisschen weicher.
Und das ist eigentlich das Beste, was ein Ort einem geben kann.