Was ist Purim?
Purim gehört zu den fröhlichsten Feiertagen im jüdischen Kalender. Gefeiert wird eine Geschichte aus dem Buch Esther, die viele Jahrhunderte alt ist und doch bis heute erzählt wird.
Damals lebten Juden im persischen Reich. Ein mächtiger Minister plante ihre Vernichtung. Doch durch den Mut von Königin Esther wurde dieser Plan schließlich aufgedeckt und vereitelt. Aus einem Tag, der für Angst und Zerstörung bestimmt war, wurde ein Tag der Rettung.
Der Name „Purim“ kommt vom Wort Pur – dem Los. Durch ein Los wurde damals der Tag bestimmt, an dem das jüdische Volk vernichtet werden sollte. Am Ende aber wendete sich alles.
Vielleicht liegt genau darin die besondere Kraft dieses Festes:
Es erinnert daran, dass sich Geschichten wenden können. Dass aus Bedrohung Hoffnung entstehen kann.
Deshalb ist Purim kein stiller Feiertag.
Er ist laut, fröhlich und voller Leben.
Wie Purim gefeiert wird
Zu Purim gehört vor allem das Lesen der Esther-Geschichte. In der Synagoge wird die Megilla, die Schriftrolle mit dieser Geschichte vorgelesen. Und jedes Mal, wenn der Name des Gegenspielers fällt, wird es laut. Kinder und Erwachsene machen Lärm mit Ratschen, Klappern oder einfach mit ihren Stimmen. Sein Name soll symbolisch übertönt werden.
Aber Purim besteht nicht nur aus Erinnerung. Es ist auch ein Fest der Gemeinschaft.
Man schenkt sich kleine Essenspakete, sogenannte Mischloach Manot, spendet für Bedürftige und trifft sich zu einem festlichen Essen. Viele Menschen verkleiden sich: fast ein bisschen wie Karneval, nur mit einer anderen Geschichte im Hintergrund.
Diese Verkleidungen haben etwas Spielerisches. Sie erinnern daran, dass in der Purim-Geschichte vieles verborgen war und sich die Wahrheit erst am Ende zeigte.
Vielleicht ist Purim deshalb so lebendig.
Weil es nicht nur an Gefahr erinnert, sondern vor allem daran, dass sie überwunden wurde.
Wie ich Purim gefeiert habe
Dieses Jahr habe ich Purim auf meine eigene Weise gefeiert.
Nicht mit einer großen Feier oder einem lauten Fest.
Sondern eher ruhig, mit Musik, Gedanken und einem kleinen Glas Wein.
Ich habe mir eine Playlist zusammengestellt aus Liedern über Liebe, Verlust, Hoffnung und Erinnerung. Manche davon habe ich laut mitgesungen, bis meine Stimme irgendwann einfach verschwunden war.
Und während viele Menschen sich zu Purim verkleiden, habe ich mich für eine andere kleine Veränderung entschieden. Verkleiden mochte ich noch nie besonders. Stattdessen habe ich mir an diesem Abend die Haare gefärbt – vielleicht meine eigene, stille Version einer Purim-Verwandlung.
Es war kein trauriger Abend.
Eher ein nachdenklicher.
Purim ist ein Fest der Rettung.
Ein Fest, das daran erinnert, dass Geschichten manchmal anders ausgehen, als man glaubt.
Vielleicht habe ich deshalb an diesem Abend auch viel über meine eigenen Geschichten nachgedacht. Über Dinge, die vorbei sind. Über Menschen, die bleiben oder eben nicht.
Und über das, was trotzdem bleibt:
Erinnerungen. Musik. Worte.
Vielleicht ist das auch eine Form, Purim zu feiern.