Pessach ist eines der wichtigsten Feste im Judentum.
Es erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten – an die Befreiung aus der Sklaverei, an den Moment, in dem aus Stillstand Bewegung wird.
Mir geht es nicht nur um Geschichte.
Es geht um Übergänge.
Darum, einen Ort zu verlassen, der vielleicht einmal Sicherheit gegeben hat, der aber längst zu eng geworden ist.
Darum, aufzubrechen, obwohl man nicht genau weiß, was kommt. Und selbst wenn man es eigentlich gar nicht möchte.
Pessach erzählt von Mut.
Aber auch von Unsicherheit.
Von dem Schritt ins Unbekannte, der notwendig ist, damit sich überhaupt etwas verändern kann.
Ich habe Pessach in diesem Jahr anders verstanden als sonst.
Nicht als etwas, das weit weg ist.
Sondern als etwas, das ganz leise auch in meinem eigenen Leben stattfindet.
Loslassen ist kein großer, dramatischer Moment.
Es ist oft ein Prozess, der sich über Wochen, Monate, manchmal Jahre zieht.
Und irgendwann steht man da und merkt:
Ich muss gehen.
Vielleicht nicht körperlich.
Aber innerlich.
Ich habe in den letzten Tagen etwas losgelassen, das mich lange begleitet hat. Etwas, was mir trotzdem immer am Herzen liegen wird.
Ich bin gegangen.
Nicht aus Wut.
Nicht aus Trotz.
Sondern aus Klarheit.
Und das fühlt sich nicht laut an.
Nicht wie Befreiung mit erhobenen Armen.
Sondern eher wie Stille.
Wie Raum.
Vielleicht war genau das mein Pessach in diesem Jahr:
Nicht der Moment des Aufbruchs.
Sondern das Ankommen in meinem eigenen Leben.