Nach einem verregneten Sommer erwischten wir endlich einen sonnigen Tag für unseren Ausflug zur Pfaueninsel in Berlin. Vom Bahnhof Wannsee ging es mit dem Bus direkt zur Fähranlegestelle. Dort kauften wir am Automaten ein Kombiticket für 6 Euro (ermäßigt 5 Euro) – es beinhaltet sowohl die Überfahrt als auch den Eintritt auf die Insel. Die Fähre braucht kaum eine Minute, und doch fühlt sich die Ankunft an, als würde man in eine andere Welt eintreten.
Die Pfaueninsel hat eine ziemlich spannende Vergangenheit. Ende des 18. Jahrhunderts ließ König Friedrich Wilhelm II. hier ein romantisches Refugium anlegen – perfekt, um der Welt ein bisschen zu entfliehen. Das kleine Schloss, zwischen 1794 und 1797 gebaut, sieht aus wie eine malerische Ruine aus Italien, war aber natürlich frisch errichtet. Später übernahm Gartenkünstler Peter Joseph Lenné und verpasste der Insel ihren heutigen englischen Landschaftspark mit verschlungenen Wegen, exotischen Bäumen und idyllischen Ausblicken. Und ja – nicht nur der König nutzte die Insel als Rückzugsort, auch seine damalige Geliebte (später Königin) zog sich hier gern mal „zum Entspannen“ zurück. Seit 1990 gehört die Pfaueninsel übrigens zum UNESCO-Welterbe – und fühlt sich auch heute noch so an, als wäre die Zeit ein bisschen stehengeblieben.







An diesem Tag entschieden wir uns, entgegen der Besuchermenge zu starten – ein Tipp, der sich schnell auszahlte: Schon nach wenigen Minuten begegneten uns die ersten Pfauen, darunter auch ein seltenes weißes Exemplar. Vorbei am Schloss – dessen Eintritt extra kostet – suchten wir uns eine Bank mit Blick ins Grüne, ließen die Sonne auf uns scheinen, beobachteten die Vögel und probierten ein paar unbekannte Süßigkeiten, die wir mitgebracht hatten.
Weiter ging es zu den Wasserbüffeln, die entspannt auf einer Wiese grasten, und schließlich zur großen Liegewiese. Dort lockten ein kleiner Imbissstand mit Kuchen (4 Euro) und Bratwurst (5 Euro) sowie ein knackiger Krautsalat (4,50 Euro). Die Preise waren für ein Ausflugsziel moderat und der Geschmack überzeugend. Getränke hatten wir selbst mitgebracht – was sich als praktisch erwies.







Da die Insel um 18 Uhr schließt, blieb uns trotz unseres frühen Starts um 14:30 Uhr nicht genug Zeit, um alle Ecken zu erkunden. Wer wirklich alles sehen möchte, sollte daher besser einen ganzen Tag einplanen. Auf dem Rückweg sorgte ein ausgefallener Bus und die gleichzeitig ankommende Besucherwelle für eine kuschelige Rückfahrt – was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat.
Die Pfaueninsel ist ein Ausflugsziel, das sich für jeden lohnt: allein, zu zweit oder mit der Familie. Zwischen historischen Bauten, frei laufenden Pfauen, tierischen Begegnungen und einer entspannten Atmosphäre gibt es unzählige Fotomotive und viele ruhige Momente – ein Ort, an dem man für ein paar Stunden die Stadt und den Alltag völlig hinter sich lassen kann.