Es gibt Orte, die sich ein bisschen so anfühlen, als würde die Welt dort automatisch leiser werden. Nicht langweilig-leise, sondern angenehm. Entschleunigt. Konzentriert. Und irgendwie… freundlich.
Für mich gehören Bibliotheken genau in diese Kategorie.
Und weil es heute der National Library Shelfie Day ist, dachte ich mir: Ich schreibe endlich mal eine kleine Kolumne darüber, warum ich Bibliotheken so liebe – und warum sie für mich nicht einfach nur ein Ort sind, an dem Bücher stehen, sondern ein Ort, an dem Ideen entstehen.
Erstens: Halloooo? Bücher!!!
Ich weiß, das klingt simpel – aber es ist wirklich einer der Hauptgründe. Bücher überall. Und zwar nicht nur die, die gerade auf TikTok viral gehen oder in jeder Buchhandlung auf dem Präsentiertisch liegen, sondern auch diese leisen, seltsamen, besonderen Bücher, die man sonst nie entdecken würde.
In Bibliotheken zu stöbern fühlt sich oft an wie Schatzsuche. Und ich liebe das.
Recherche-Tempel und Schreibort
Ich gehe auch total gerne in Bibliotheken, um zu recherchieren oder an meinen eigenen Manuskripten zu arbeiten. Nicht, weil ich zu Hause nicht schreiben könnte – sondern weil die Atmosphäre dort einfach etwas mit mir macht.
Bibliotheken haben so eine stille Ernsthaftigkeit. Alle sind da, weil sie etwas wollen: lesen, lernen, schreiben, verstehen. Und dieses kollektive „Wir konzentrieren uns jetzt“ wirkt ansteckend. Ich sitze meistens keine zehn Minuten, und mein Kopf schaltet automatisch in den Fokusmodus.
Cafés vs. Bibliotheken
Ich merke dabei total, dass ich unterschiedliche Orte für unterschiedliche Kreativprozesse brauche.
Charakterentwicklungen mache ich zum Beispiel viel lieber in Cafés. Da ist Bewegung, da sind Geräusche, da laufen Menschen vorbei – das fühlt sich an wie echtes Leben und hilft mir dabei, Figuren lebendig zu denken.
Aber fürs Schreiben selbst brauche ich etwas anderes: diesen Bibliotheks-Vibe. Ruhe, Struktur, Konzentration. Bibliotheken sind für mich weniger „Ideen sammeln“ und mehr „jetzt machen wir das“.






Bücher entdecken, die ich mir nie gekauft hätte
Und dann gibt’s noch einen Punkt, den ich besonders liebe: Ich habe in Bibliotheken schon Bücher entdeckt, die ich sonst nie gelesen hätte. Nicht, weil sie schlecht sind – im Gegenteil. Sondern weil ich sie mir schlicht nicht gekauft hätte.
Vielleicht, weil ich beim Kaufen automatisch strenger auswähle. Vielleicht, weil ich in der Buchhandlung oft zu dem greife, was ich schon kenne. Vielleicht, weil ich in meinem Kopf manchmal denke: „Das lohnt sich bestimmt nicht.“
In der Bibliothek ist das anders. Da darf man neugierig sein, ohne Verpflichtung. Einfach mal mitnehmen. Reinlesen. Zurückgeben. Und manchmal genau dadurch auf neue Lieblingsbücher stoßen.
Mein Fazit: Bibliotheken sind Kulturorte und Seelenorte
Ich finde, Bibliotheken verdienen viel mehr Aufmerksamkeit. Sie sind Kulturorte. Sie sind Lernorte. Sie sind Arbeitsorte. Sie sind Rückzugsorte. Und irgendwie auch: Orte, an denen man wieder bei sich ankommt.
Vielleicht ist das das schönste Gefühl daran: Während draußen alles laut ist, gibt es diese Räume, in denen man einfach sitzen kann – und die eigenen Gedanken wieder hören darf.