Ich habe mir „New Love, Same Shit“ gekauft, weil ich mich mehr mit Bindungsmustern beschäftigen wollte – sowohl mit meinem eigenen als auch mit denen der Menschen in meiner Umgebung. Nicht, um Diagnosen zu stellen oder alles zu analysieren, sondern um besser zu verstehen: Warum reagieren wir so, wie wir reagieren? Warum werden wir in Beziehungen manchmal zu einer Version von uns selbst, die wir eigentlich gar nicht sein wollen?
Und auch, weil ich gemerkt habe: Manche Muster wiederholen sich. Manchmal mit anderen Menschen – aber erschreckend ähnlich in ihrem Kern.
Dieses Buch hat bei mir etwas angestoßen. Es hat dazu beigetragen, dass ich eine Therapie begonnen habe, um meine eigenen Verhaltensmuster wirklich anzugehen. Denn so hilfreich Bücher auch sein können: Wenn man wirklich etwas verändern möchte, sollte man sich nicht komplett auf sie verlassen – professionelle Unterstützung kann an einem Punkt genau das sein, was aus Erkenntnis echte Veränderung macht.
Zum Buch:
In „New Love, Same Shit“ beschäftigt sich Yvi Blum mit dem Thema Bindung – und mit den Mustern, die viele von uns aus vergangenen Erfahrungen, Prägungen und Beziehungen mitnehmen. Es geht darum, warum wir uns zu bestimmten Menschen hingezogen fühlen, warum uns Nähe manchmal Angst macht oder warum wir immer wieder in dieselben Dynamiken rutschen.
Viele unter uns sind es leid, dass ihre Beziehungen sich immer wie endlose Telenovelas anfühlen. Immer derselbe Plot, nur mit unterschiedlichen Schauspielern! In unserem Beziehungsleben wiederholen wir oft unbewusst die gleichen Muster und ziehen die falschen Partner an, weil wir uns in unserem Bindungsstil verfangen haben – sei es ängstlich oder vermeidend. Doch hier kommt die gute Nachricht: Wir können das selbst ändern! Yvi Blum, Paartherapeutin und Lovefluencerin, ist hier, um uns den Weg zu zeigen. Mit Tools, Tests und Übungen identifizieren wir unseren derzeitigen Bindungsstil, verstehen unsere Trigger und durchbrechen die alten Muster.
Yvi Blum/ GU
Das Buch betrachtet typische Beziehungs- und Bindungsmuster, zeigt, wie sie entstehen können und welche Auswirkungen sie in Partnerschaften haben. Es liefert Denkanstöße, lädt zur Selbstreflexion ein und macht deutlich: Vieles passiert nicht, weil wir „kompliziert“ oder „falsch“ sind – sondern weil wir irgendwann Strategien gelernt haben, um emotional klarzukommen.
Sprache:
Die Sprache ist ein großer Pluspunkt: einfühlsam, leicht verständlich und gleichzeitig klar. Es wird nicht unnötig kompliziert oder trocken erklärt, sondern so geschrieben, dass man folgen kann – auch dann, wenn man vorher noch nie bewusst über Bindungstheorien nachgedacht hat.
Besonders hilfreich fand ich die Beispiele, die das Thema greifbar machen. Dadurch wirkt das Buch nicht wie ein klassischer Ratgeber von oben herab, sondern eher wie eine Art Begleitung: verständnisvoll, aber nicht verklärt.
Fazit:
„New Love, Same Shit“ ist für mich ein wichtiges Buch, weil es Mut macht, hinzusehen. Es geht nicht darum, sich selbst fertigzumachen oder Schuldige zu suchen, sondern darum, Muster zu erkennen – und damit überhaupt erst die Möglichkeit zu bekommen, sie zu verändern.
Ich finde, es ist ein Buch, das gut als Einstieg funktioniert, wenn man sich mit Bindung, Beziehungsmustern und emotionaler Prägung beschäftigen will. Und gleichzeitig ist es ein Buch, das einen an manchen Stellen auch unangenehm ehrlich treffen kann – gerade weil so vieles davon im Alltag versteckt abläuft.
Für mich war es ein Anstoß, mehr Verantwortung für meine eigenen Muster zu übernehmen – und nicht nur zu verstehen, sondern auch wirklich etwas zu verändern.
Über die Autorin:
Yvi Blum ist langjährige Journalistin, Radio-Moderatorin und Paartherapeutin. Sie arbeitet mit Singles und Paaren und stellt in den sozialen Netzwerken Psycho-T(r)ainment-Inhalte zur Verfügung. Als Expertenstimme zu Paartherapiethemen bereits bei Radio Energy Berlin, Radio Gong München, baden.fm Freiburg zu hören oder im Magazin inside starnews zu lesen.